Was bedeutet es, eine Währung zu gestalten?
Wenn man eine Währung als Kommunikationsmaßnahme eines Landes oder eines Bündnisses von Ländern betrachtet, ergeben sich daraus einige vielversprechende Gedankengänge. Eine Banknote repräsentiert die jeweilige Region, ihre Werte und Ideen. Gleichzeitig soll sie seriös und stark auftreten. Sie muss klar erkennbar sein, einen hohen Wiedererkennungswert besitzen und dennoch eigenständig wirken, dabei aber stets als Währung erkennbar bleiben und zuverlässig funktionieren. Wir betrachteten den Euro als Kommunikationsmedium der Europäischen Union. Ein Medium, das täglich mehr als 100 Millionen Mal verwendet und noch um ein Vielfaches häufiger gesehen wird.
Aus mehr als 1.200 Bewerbungen aus ganz Europa wurden 25 Designer:innen und Agenturen eingeladen, Gestaltungsvorschläge für die zukünftigen Euro-Banknoten zu entwickeln. Unser Entwurf wurde von einer internationalen Fachjury unter die zehn Finalist*innen gewählt und ist Teil der öffentlichen Befragung der Europäischen Zentralbank.
Ziel war es, eine Banknotenserie zu gestalten, die zeitgemäß wirkt, ohne die Seriosität und Vertrauenswürdigkeit einer Währung zu verlieren. Der Entwurf verbindet emotionale Gestaltung mit analytischer Präzision und übersetzt das Thema „Rivers and Birds“ in ein visuelles System, das Information und Ästhetik gleichermaßen vermittelt. (1) Die Idee der EZB hinter „Flüsse und Vögel“ fanden wir von Anfang an sehr überzeugend. Beide tragen eine Symbolik in sich, die uns im europäischen Kontext besonders relevant erschien: Flüsse und Vögel halten sich nicht an Grenzen, die wir auf Landkarten ziehen. Sie bewegen sich über Länder hinweg, verbinden unterschiedliche Landschaften und stehen damit für Freiheit und Verbundenheit. Unser Ziel war es, diese Idee in eine Banknote zu übersetzen, die die Schönheit und Vielfalt der europäischen Natur feiert und gleichzeitig seriös, präzise und vertrauenswürdig als Zahlungsmittel wirkt. Dieses Gleichgewicht spiegelt sich auch in der visuellen Sprache wieder, die auf drei unterschiedlichen Ebenen aufbaut. (2) Für die Landschaften haben wir uns von Künstler*innen wie Henri Matisse und Gabriele Münter inspirieren lassen, die die Natur auf einfache Formen und Farbflächen reduzieren. Im Gegensatz dazu sind die Vögel sehr detailliert und präzise dargestellt. Hier orientieren wir uns an einem naturalistischen Zeichenstil, der sowohl in der Kunst als auch in der wissenschaftlichen Illustration eine lange Tradition hat. Die dritte Ebene ist analytischer und typografischer Natur. Jeder Vogel erhält ein Profil mit den wichtigsten Informationen wie dem wissenschaftlichem Namen, Größe und Gewicht. Ergänzt wird dieses durch eine grafische Visualisierung seines Vogelgesangs (3) sowie einer Skala, die seine Fluggeschwindigkeit im Verhältnis zu den anderen Vögeln der Serie zeigt. (4) Diese Elemente schaffen ein konsistentes System über alle Banknoten hinweg und lassen gleichzeitig jeder einzelnen ihren eigenen Charakter. (5)
Auch die Idee der EZB, dem Wasser von einer Quelle in den Bergen bis zum Meer zu folgen, hat uns sehr angesprochen. Wir haben dem Wasser auf jeder Banknote eine prominente Fläche eingeräumt und es sogar in die Sicherheitsmerkmale integriert. Das optisch variable Element greift dabei das Lichtspiel auf der Wasseroberfläche auf. Letztlich wurde das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen visuellen Sprachen selbst zu einem Teil der Botschaft. Die Banknote verbindet Kunst, Wissenschaft und analytische Präzision. Jedes Element hat seinen eigenen Charakter, doch gemeinsam bilden sie eine zusammenhängende visuelle Sprache.
Für uns spiegelt sich darin auch ein wichtiger europäischer Gedanke wider: Unterschiedliche Kulturen, Perspektiven und Identitäten kommen zusammen, ohne dabei ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Da uns nicht alle dargestellten Gebäude und Vogelarten bekannt waren, integrierten wir ihre Bezeichnungen und ausgewählte Daten direkt in das Banknotendesign. Die europäischen Sterne setzten wir als eine Art Gütesiegel ein: präsent, prägnant und als wiederkehrendes, gut erkennbares Symbol.

Aus mehr als 1.200 Bewerbungen aus ganz Europa wurden 25 Designer:innen und Agenturen eingeladen, Gestaltungsvorschläge für die zukünftigen Euro-Banknoten zu entwickeln. Unser Entwurf wurde von einer internationalen Fachjury unter die zehn Finalist*innen gewählt und ist Teil der öffentlichen Befragung der Europäischen Zentralbank.
Ziel war es, eine Banknotenserie zu gestalten, die zeitgemäß wirkt, ohne die Seriosität und Vertrauenswürdigkeit einer Währung zu verlieren. Der Entwurf verbindet emotionale Gestaltung mit analytischer Präzision und übersetzt das Thema „Rivers and Birds“ in ein visuelles System, das Information und Ästhetik gleichermaßen vermittelt. (1) Die Idee der EZB hinter „Flüsse und Vögel“ fanden wir von Anfang an sehr überzeugend. Beide tragen eine Symbolik in sich, die uns im europäischen Kontext besonders relevant erschien: Flüsse und Vögel halten sich nicht an Grenzen, die wir auf Landkarten ziehen. Sie bewegen sich über Länder hinweg, verbinden unterschiedliche Landschaften und stehen damit für Freiheit und Verbundenheit. Unser Ziel war es, diese Idee in eine Banknote zu übersetzen, die die Schönheit und Vielfalt der europäischen Natur feiert und gleichzeitig seriös, präzise und vertrauenswürdig als Zahlungsmittel wirkt. Dieses Gleichgewicht spiegelt sich auch in der visuellen Sprache wieder, die auf drei unterschiedlichen Ebenen aufbaut. (2) Für die Landschaften haben wir uns von Künstler*innen wie Henri Matisse und Gabriele Münter inspirieren lassen, die die Natur auf einfache Formen und Farbflächen reduzieren. Im Gegensatz dazu sind die Vögel sehr detailliert und präzise dargestellt. Hier orientieren wir uns an einem naturalistischen Zeichenstil, der sowohl in der Kunst als auch in der wissenschaftlichen Illustration eine lange Tradition hat. Die dritte Ebene ist analytischer und typografischer Natur. Jeder Vogel erhält ein Profil mit den wichtigsten Informationen wie dem wissenschaftlichem Namen, Größe und Gewicht. Ergänzt wird dieses durch eine grafische Visualisierung seines Vogelgesangs (3) sowie einer Skala, die seine Fluggeschwindigkeit im Verhältnis zu den anderen Vögeln der Serie zeigt. (4) Diese Elemente schaffen ein konsistentes System über alle Banknoten hinweg und lassen gleichzeitig jeder einzelnen ihren eigenen Charakter. (5)
Auch die Idee der EZB, dem Wasser von einer Quelle in den Bergen bis zum Meer zu folgen, hat uns sehr angesprochen. Wir haben dem Wasser auf jeder Banknote eine prominente Fläche eingeräumt und es sogar in die Sicherheitsmerkmale integriert. Das optisch variable Element greift dabei das Lichtspiel auf der Wasseroberfläche auf. Letztlich wurde das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen visuellen Sprachen selbst zu einem Teil der Botschaft. Die Banknote verbindet Kunst, Wissenschaft und analytische Präzision. Jedes Element hat seinen eigenen Charakter, doch gemeinsam bilden sie eine zusammenhängende visuelle Sprache.
Für uns spiegelt sich darin auch ein wichtiger europäischer Gedanke wider: Unterschiedliche Kulturen, Perspektiven und Identitäten kommen zusammen, ohne dabei ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Da uns nicht alle dargestellten Gebäude und Vogelarten bekannt waren, integrierten wir ihre Bezeichnungen und ausgewählte Daten direkt in das Banknotendesign. Die europäischen Sterne setzten wir als eine Art Gütesiegel ein: präsent, prägnant und als wiederkehrendes, gut erkennbares Symbol.

(3) Grafisch visualisierter Vogelgesang.




(5) Vorderseite und Rückseite der Banknoten




(1) 10 € Banknote, Vorderseite, Eisvogel, Wasserfall;




(2) 200-Euro Banknote Vorderseite



(4) Fluggeschwindigkeit im Verhältnis zueinander.
